Sehr geehrte Besucher,

 

als Pfarrer heiße ich Sie auf der Homepage der Pfarre "St. Peter am Moos" in Muthmannsdorf sehr herzlich willkommen!

 

Für unsere Pfarrgemeinde ist die Kirche in erster Linie ein Gotteshaus: wir glauben an die Gegenwart Gottes im Sakrament der Eucharistie im Tabernakel und es ist für uns ein Ort des Gebetes und der Stille, ein Ort der uns heilig ist.

 

Unsere Kirche hat eine lange, interessante Geschichte und steht an einem ganz besonderen Platz. Seit der Steinzeit haben sich in dieser Gegend Menschen aufgehalten, viele Schicksale und Begegnungen haben hier stattgefunden!

 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt und ich freue mich, dass Sie an den religiös-kulturellen Gütern unserer Vorfahren Interesse haben. Mit den nun folgenden Zeilen darf ich Sie ein wenig mit der Geschichte unserer Pfarre vertraut machen.

                  Ihr Pfarrer P. Petrus
 

 

 

 

EINE REISE DURCH DIE ZEIT

Aus der Geschichte der Pfarre

 

Der Ort Muthmannsdorf mit seiner Pfarrkirche "St. Peter am Moos" gehört politisch zur Marktgemeinde Winzendorf und liegt in der Talsenke der "Neuen Welt". Die nordwestliche Begrenzung des Tales bildet die "Hohe Wand" (1135m), im Südosten erstrecken sich die "Fischauer Vorberge", deren höchste Erhebung der Größenberg mit 605m ist. Der Zugang vom "Steinfeld" her ist durch die "Prossetschlucht" gegeben.

 

Bereits in der späten Steinzeit, also vor etwa 10.000 Jahren, gab es in dieser Gegend erste menschliche Besiedlungen. Das können spätsteinzeitliche Scherbenfunde in der Nähe der Maiersdorfer Kirche belegen.

 

In der Jungsteinzeit finden wir so genannte "Wohnringe", die ebenfalls in Maiersdorf sowie auf dem Kienberg bei Netting entdeckt wurden.

 

Auch in der Bronzezeit (ab etwa 2000 v. Chr.) haben die Menschen dieses Tal geschätzt. Zahlreiche Funde beweisen Ansiedlungen bei Stollhof und Maiersdorf.

 

In der Eisenzeit (ab etwa 1000 v. Chr.) waren Illyrer und Kelten hier ansässig. Auf den "Maleiten" (einem Bergrücken zwischen der "Neuen Welt" und Bad Fischau) errichteten sie eine Hochsiedlung. In Muthmannsdorf selbst wurde in einem Flachgrab ein eisernes Hallstattmesserchen gefunden. 

 

Die Menschen der damaligen Zeit verehrten Naturgottheiten, die sie in Bergen, Flüssen, Quellen, Bäumen, Steinen etc. vermuteten. Im Jahr 1988 wurde im Zuge der Kirchenrestaurierung ein jetzt nicht mehr sichtbarer Steinkreis unter dem Fußboden des Eingangsbereiches der Kirche freigelegt (Ø 2,79m). Möglicherweise handelt es sich dabei um den Teil einer alten Kultstätte.

 

Natürlich waren auch die Römer hier ansässig und ließen einige deutliche Spuren zurück: So stammt der im Presbyterium der Kirche eingefügte Römergrabstein aus der hiesigen Gegend. Auch bei der letzten großen Renovierung im Jahr 1988 fanden sich Reste römischer Mauern. Es ist nicht geklärt, ob es sich dabei um ein altes Heiligtum oder um einen römischen Wachturm gehandelt haben könnte.

 

 

 

DAS "FINSTERE MITTELALTER"

PFARRGRÜNDUNG

 

Die erste namentliche Nennung des Ortes Muthmannsdorf erfolgte 1110, die Pfarre wurde erst 110 Jahre später, also 1220 urkundlich erwähnt.

 

Die Pfarrgründungsurkunde aus dem Jahre 1136  ist im Staatsarchiv in Wien sicher verwahrt. Ausgestellt wurde sie von Adalram v. Waldeck, dem Stifter des Chorherrenklosters Seckau, der die Pfarre (ohne ihren Namen genau zu nennen) dem damaligen Bischof von Salzburg, Konrad I., übergab.

 

Neben Muthmannsdorf beruft sich auch die Pfarre Waldegg auf diese Urkunde. Sicher ist, dass das Pfarrpatrozinium "St. Peter" eindeutig auf eine alte salzburgische Pfarre hinweist.

 

 

 

"VERSCHENKE PFARRE!"

MUTHMANNSDORF ALS PFARRE

VON SALZBURG UND SECKAU

 

Die erste Zeit der Pfarre, deren Gebiet die gesamte "Neuen Welt" umfasste, ist leider fast gänzlich im Dunkel der Geschichte untergegangen.

1218 erfolgte die Gründung des Bistums Seckau und nach dem Tod des letzten Babenbergers gingen die Adalram'schen Güter und damit auch unsere Pfarre an Ottokar Przemysl über. Am 1. Mai 1254 übergab Ottokar die Pfarre Bischof Ulrich I. von Seckau "wegen der Dienste, die er ihm geleistet hatte".

1269 bestätigt Ottokar nochmals seine Schenkung an den neuen Seckauer Bischof Wernhard. Zeugen dieser Epoche sind die Fresken im Turmjoch der Kirche.

 

"TAUSCHE PFARRE GEGEN PFARRE!"

MUTHMANNSDORF KOMMT

ZU DEN AUGUSTINERN

 

Am 7. Februar 1358 tauschte Bischof Ulrich III. mit dem Propst der Seckauer Chorherren, Petrus Freisinger, die Pfarren: "St. Peter zu Muetesdorff" kam in die Obhut der Chorherren von Seckau, und die Pfarre "St. Peter in der Gaul" wurde von der Diözese übernommen. Der praktische Hintergrund dieses damals gar nicht so unüblichen Tauschhandels: Das Schloss des Bischofs (Schloss Wasserberg bei Knittelfeld, heute im Besitz des Stiftes Heiligenkreuz) gehörte zur Seckauer Stiftspfarre "St. Peter in der Gaal (Gaul/Gail)".

 

 

"VERKAUFE PFARRE!"

MUTHMANNSDORF WIRD  ZISTERZIENSISCH

 

Am 5. Juli 1662 verkaufte Propst Maximilian Ernst Graf v. Gleisbach (1657-1700) das seckauische Gut Strelzhof (zwischen Muthmannsdorf und Willendorf gelegen) an den Abt des Zisterzienserstiftes Neukloster (gegr. 1444) in Wiener Neustadt, Robert Notius (1649-1663). Dadurch ging auch die seelsorgliche Betreuung unserer Pfarre an die Zisterziensermönche des Neuklosters über.

 

1783 wird Maiersdorf von Muthmannsdorf getrennt und zur selbstständigen Pfarre erhoben. In dieser Zeit wird neben dem Pfarrhof und der Kirche (an der Friedhofsmauer) ein Schulgebäude errichtet.

 

1881 wurde das Stift Neukloster mit dem Stift Heiligenkreuz vereinigt und seither betreuen Mönche dieser Abtei die Pfarre, zu der die Katastralgemeinden Muthmannsdorf, Stollhof (Filialkirche Maria, Königin des Friedens - erbaut 1970), Gaaden und Emmerberg gehören